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Abteilung für Provinzialrömische |
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Archäologische Lehrgrabung
im wiederentdecktem Tempelbezirk
bei St. Michael am Zollfeld 2005
| Lehrveranstaltungsleitung: |
Univ.-Doz. Dr. Heimo Dolenz M.A.
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| Grabungsleitung: |
Univ.-Doz. Dr. Heimo Dolenz M.A.
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| Grabungstermin: |
18. – 29. Juli 2005
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| Projektziele: |
Im Rahmen der Veranstaltung wird eine Lehrgrabung im Bereich Virunum in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum für Kärnten durchgeführt. Dabei werden die TeilnehmerInnen in die Methoden und Praxis der archäologischen Feldforschung, Dokumentation und Auswertung eingeführt. Weiters soll eine exakte Datierung des Tempelbezirkes ermöglicht werden.
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Forschungsgeschichte Es spricht vieles dafür, dass der Tempelbezirk bereits ab der Mitte
des 17. Jahrhunderts freigelegt wurde. Der landschaftliche Kanzlist und
Privatarchäologe J. D. Prunner dürfte von
dem Tempel gewusst haben, da er ihn in seiner Abhandlung über die Stadt
Sala erwähnt: Die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts durchgeführten Suchschnitte
blieben befundlos. Die ersten Luftbildaufnahmen
von 1976 bestätigten, dass es sich hier um einen weitläufigen Gebäudekomplex
handelt. Man vermutete, dass sich hier die Basilika und ein Kasernenkomplex
befanden. Erst die 1993 aufgenommenen Luftbilder des Österreichischen
Bundesheeres führten zu dem Schluss, dass es sich bei den Gebäuden um
einen Tempelbezirk gehandelt hat. 2001 begannen erste Vorarbeiten für
die mehrjährig geplante Forschungskampagne. Die von den Grundeigentümern
bei der Feldbestellung gefundenen antiken Keramik- und Bronzefragmente,
Bruchstücke lebensgroßer Statuen sowie Architekturbestandteile waren Hinweise
auf einen Tempelbezirk in unmittelbarer Nähe der Provinzhauptstadt Virunum.
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| Luftbildaufnahme des Tempelbezirkes von 1993 | |
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Tempelbezirk (Temenos) Er liegt im Kreuzungsbereich der Nord-Süd-Hauptverkehrsachse. Diese überschneidet sich mit der von West nach Ost verlaufenden Nebenstraße die von Liebenfels/Hohenstein im |
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Glantal (Heiligtum der Isis-Noreia) in Richtung Magdalensberg führt. Der Tempelbezirk war von einer biexedralen Portikus (Säulenwandelhalle mit zwei Apsiden) eingefasst, an welche im Norden und Süden vermutlich Tabernenbauten und Devotionalienläden angrenzten. |
| Östliche Exedren | |
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Die
bisherigen Ausgrabungen lassen darauf schliessen, dass die Anlage eine
Ausdehnung von rund 60 m nach Ost-West und 52 m nach Nord-Süd hatte. Der
gesamte Temenos wurde durch Aufschüttung künstlich
erhöht. Die 1,2 m starke Umfassungsmauer des Tempelbezirks diente nicht
nur zur Abgrenzung nach Westen, sondern fungierte auch als Schutz vor
Überschwemmungen der westlich der Anlage mäandrierenden Glan. Im Zentrum
stand der Podiumstempel, dessen Aussenmaße 16,8 x 9,6 m (56 x 32
römische Fuß) betrugen. |
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| Südlich des Podiumtempels wurde der | Podiumstempel |
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Altarsockel freigelegt, der axial zum Tempel lag und zeitgleich mit ihm errichtet wurde. Seine Abmessung betrug 3,6 m Ost-West und 2,7 m Nord-Süd. Der Tempelhof hatte wahrscheinlich einen Steinplattenbelag. Die Ost-West verlaufenden Mauerfluchten lagen nicht rechtwinkelig zum Tempel. Über hallenartigen Vorgängerbauten, die man eventuell als Speicherräume
nutzte, wurde die erste östliche Exedra/Apsis gebaut und später durch
eine zweite, vergrößerte ersetzt, während die westliche Exedra nie umgebaut
wurde. |
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Idealisierte, nicht maßstäbliche Grundrissrekonstruktion mit Bauachsen. Aufnahme H. Dolenz, Grafik H. Mühlbacher |
Das architekturgeschichtliche Vorbild, eine Rekonstruktion des Augustusforums in Rom. |
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Datierung Wie die Untersuchungen bis jetzt gezeigt haben,
lässt sich der Tempel von der zweiten Hälfte des 1. Jhs.
v. Chr. bis in die zweite Hälfte des 4. Jhs. n. Chr. datieren. Die teilweise ergrabenen
Vorgängerbauten sind vermutlich in der frühen Kaiserzeit errichtet
worden. Über diese abgetragenen Gebäude wurde wahrscheinlich in der
Regierungszeit des Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.) der monumentale Sakralbezirk
mit Podiumstempel errichtet. Durch seine Grundrisse lässt er sich in eine
Reihe mit den stadtrömischen Kaiserforen stellen. |
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Verwendete Literatur Heimo DOLENZ, Die Ausgrabungen im Tempelbezirk bei St. Michael am Zollfeld im Jahre 2004. In: Rudolfinum. Jahrbuch des Landesmuseums Kärnten. Klagenfurt 2005 (in Druck). Heimo DOLENZ, Die römische Siedlung und ihr wiederentdeckter Tempelbezirk bei St. Michael am Zollfeld. In: Carinthia I, 195. Klagenfurt 2005 (in Druck). |
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