Das Kärntner Landesmuseum

"Seine kaiserliche und königliche Hoheit Kronprinz Erzherzog Rudolf geruhte diesen Schlussstein zu legen am 10. Juli 1884." Diese Inschrift am Schlussstein im Stiegenaufgang zum zweiten Stock des Landesmuseums für Kärnten bezeugt das ehrenvolle Protektorat des 1884 eröffneten Museumsbaues durch Kronprinz Rudolf, nach dem es bis 1918 auch als "Rudolphinum" bezeichnet werden durfte. Im Ehrenbuch des Landesmuseums haben sich auf der ersten Seite Kronprinz Rudolf und seine Gemahlin Stephanie von Belgien eingetragen und diese allerhöchste Patronanz bestätigt.

Der Museumsneubau war notwendig geworden, da die Sammlungen sich derart vermehrt hatten, dass sie in den alten Museumsräumen im Landhaus nicht mehr unterzubringen waren. Die Begründung eines Kärntner Landesmuseums geht in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück und folgte dem Vorbild der Museumsgründungen in den österreichischen Kronländern. Als eigentliches Gründungsjahr des Landesmuseums gilt das Jahr 1844: In diesem Jahr kam es in Klagenfurt zur Gründung des
Geschichtsvereines für Kärnten. Neben der wissenschaftlichen Forschung wurde auch die Präsentation der bereits vorhandenen kulturhistorischen Sammlungen im Landhaus als erstes museales Standbein eines Kärntner Landesmuseums betrieben.

Dazu kam im Jahre 1848 ein vom im gleichen Jahr begründeten
Naturwissenschaftlichen Verein eingerichtetes Naturhistorisches Museum am Kardinalplatz. 1861 mussten die naturhistorischen Sammlungen ebenfalls im Landhaus untergebracht werden, was bei einer ständigen Zunahme von Exponaten und einer gleichbleibenden Raumkapazität zu großen Problemen führte. Aus diesen Überlegungen entstand 1877 ein gemeinsames Komitee aus Vertretern beider Vereine, welches sich mit der Planung für ein eigenes Museumsgebäude zu befassen hatte. Nach den kostenlos von dem aus Klagenfurt stammenden Architekten Gustav Gugitz erstellten Bauplänen wurde am 24. April 1879 der Grundstein für das neue Museum gelegt. Ermöglicht wurde den beiden Vereinen dieses Bauvorhaben durch ein zinsenloses Darlehen der Kärntner Sparkasse.

In den Jahren von 1879 bis 1883 entstand das neue Museumsgebäude im Baustil des klassizierenden Historismus der Wiener Ringstraßenarchitektur. Die volkskundlichen Schausammlungen des Geschichtsvereines wurden nach 1922 mit den Sammlungen der Kärntner Landsmannschaft vereinigt und ab 1925 als "Kärntner Heimatmuseum" weitergeführt. Nach schweren
Bombenschäden erfolgte der Wiederaufbau des Landesmuseums durch Landesmittel, gleichzeitig wurden mit der Neuaufstellung der kulturgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Schausammlungen das Gebäude und die wissenschaftlichen Mitarbeiter vom Lande übernommen. Eine vertragliche Regelung sicherte 1974 mit der endgültigen Übertragung der Sammlungen an das Land das weitere Bestehen der Vereine und das erfolgreiche museale und wissenschaftliche Wirken des Landesmuseums Kärnten.

Das Kärntner Landesmuseum betreibt neben dem in der Museumgasse 2 in Klagenfurt gelegenen Stammhaus mit den öffentlichen Schausammlungen und der öffentlichen Landesbibliothek auch folgende Außenstellen:

  • Wappensaal im Landhaus, Klagenfurt 
  • Kärntner Botanikzentrum am Kreuzbergl, Klagenfurt
  • "Kärntner Volkskundeinstitut" mit angeschlossenem Möbelmuseum in Maria Saal 
  • Archäologischer Park Magdalensberg
  • Römermuseum Teurnia

Darüber hinaus werden einzelne museale Einrichtungen, u. a. das Museum in Globasnitz/Hemmaberg, wissenschaftlich betreut und/oder mit Leihgaben von Sammlungsobjekten unterstützt.