Ursprünglich war der Ausdruck "Friesacher Pfennige" als Eigenname auf die von den Salzburger Erzbischöfen seit dem 12. Jhdt. in ihrer Stadt Friesach geschlagenen Münzen beschränkt, doch gewann die Bezeichnung weitere Bedeutung. Wegen des guten Silbers gehörten die Friesacher in den Nachbarländern bald zur beliebten Handelsmünze und riefen in anderen Münzstätten in Kärnten, Krain, Friaul und Ungarn Nachahmungen hervor. Erzbischof Konrad I. (1106-1147) errichtete im Schloß auf dem Petersberg in Friesach die Münze, wobei die Kölner Pfennige als Muster dienten. Der Beginn der Prägungen in der Erzbischöflichen Münzstätte zu Friesach wird um 1125-1130 angenommen.
Etwa zeitgleich dürfte auch eine landesfürstliche Münzschmiede von den Spanheimern begründet worden sein. In der Herzogstadt St. Veit / Glan ist erst unter Herzog Bernhard (1202-1256) durch die Nennung eines Fridericus monetarius 1205 der gesicherte Nachweis einer Münzstätte gegeben. Um 1230 werden die herzoglichen Prägungen bereits gleichwertig mit den älteren und berühmteren Friesacher Pfennigen gehandelt. Die landesfürstliche Münzstätte in St. Veit / Glan konnte in der Folge auf eine mehr als 150 Jahre durchgehende Kontinuität verweisen. Weitere landesfürstliche Münzstätten befanden sich noch in Völkermarkt als Beispiel dient ein Brakteat von Herzog Ulrich III. (1256-1269) - und in Landstraß (Kostanjevica) in Slowenien. Die Auseinandersetzung zwischen Salzburg und dem Bistum Gurk führte vorübergehend zur Münzprägung in Gurk. Auch das fränkische Bistum Bamberg betrieb in Kärnten mit Besitz ausgestattet - eigene Münzprägestätten in Villach und Griffen.
Im 14. Jh. gewinnen zunehmend die Agleier der Patriarchen von Aquileia und der Bischöfe von Triest an Bedeutung im Geldverkehr Kärntens. In Oberkärnten überwiegen die Veroneser Pfennige. Mit Beginn der Herrschaft der Habsburger, 1335, dringen Grazer und Wiener Pfennige ein, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts vorherrschen, daneben kursieren auch süddeutsche Pfennige. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wird der Wiener Pfennig vom Meraner Kreuzer verdrängt.
Aus einer Nachricht vom März 1507, die der Hauptmann und Vizedom von Friesach, Balthasar Thanhauser, an Herrn von Mandorf und Ulrich Ernauer richtete, geht hervor, daß der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach zwischen 1506 und 1507 auch in Friesach Münzen prägen ließ. Erzbischof Leonhard gilt als Neuschöpfer des Salzburger Münzwesens und führte eine bedeutsame Neuerung gegenüber dem Mittelalter ein, indem seit 1500 Jahreszahlen auf allen seinen Geprägen erscheinen. Auffallend ist eine ganze Reihe von Salzburger Münzgattungen mit der Jahreszahl 1500, spätere Jahrgänge sind erst ab 1508 ff bekannt, vom berühmten Rübentaler aus dem Jahr 1504 abgesehen. Es könnte sein, daß weiterhin mit der Jahreszahl 1500 fortgemünzt wurde. Ja es ist höchst wahrscheinlich, daß der Erzbischof in den Jahren 1506-1507, sowohl zu Salzburg als auch zu Friesach, bei Verwendung der gleichen Stempel mit der Jahreszahl 1500, Münzen prägen ließ. Die Friesacher Münzprägung erstreckt sich anscheinend hauptsächlich auf Batzen zum Jahr 1500, von denen Zeller 73 Stempelverschiedenheiten feststellen konnte, und vielleicht noch auf Pfennige und Heller.
Die Kärntner Prägung der Neuzeit Im 16 Jh. setzte in Kärnten die Münzprägung erneut ein. 1515, unter Kaiser Maximilian I., wurde die Münzstätte in St. Veit wieder aktiviert. Man prägte hauptsächlich Batzen, auch "Leopolder" genannt, Halbbatzen und einseitige Pfennige. Daneben sehr schöne Schaumünzen in Talergröße und Halbtaler, die der Kaiser nur als Geschenke verteilte.
Maximilian I. übernahm nach dem Tod seines Vaters, Kaiser Friedrich III., in den fünf niederösterreichischen Landen, nämlich Österreich ob und unter der Enns, Steiermark, Kärnten und Krain, ein zerrüttetes Münzwesen. Nur in Tirol, in dem er noch zu Lebzeiten seines Vaters nach Erzherzog Sigismund die Regierung antrat, fand er ein geordnetes Münzwesen vor.
Da Maximilian nach längerer Zeit wieder alle habsburgischen Besitzungen in einer Hand vereinigte, versuchte er auch dem Münzwesen eine gemeinsame Grundlage zu geben. Er war bestrebt, in seinen Münzämtern, ständig waren dies Wien und Hall, zeitweise St. Veit und Lienz, einheitliche Münzen ausprägen zu lassen. Hierzu erließ er 1510/11 eine Münzordnung, die auch einige zum Teil neue Münzsorten einführte. Den Dukaten, den Goldgulden, den Viertelgulden, den Batzen und den Halbbatzen.
Maximilian war ein vielbeschäftigter Kaiser und konnte sich deshalb dem Münzwesen nicht so widmen, wie es erforderlich gewesen wäre. Er verpachtete die Münzstätten an Unternehmer. In St. Veit waren es die Villacher Bürger Pankraz Hamel und Hieronymus Kirchpucher, die zwar die Kärntner Münzen in Rauh- und Feingewicht gleich den österreichischen ausbringen sollten, da sie aber niemand kontrolliert zu haben scheint, mehr in die eigene Tasche münzten als in die, meist leere, Kasse des Kaisers. Es wurden daher Beschwerden verschiedener Art, von den 1518 aus den gesamten österreichischen Erblanden nach Innsbruck entsandten Deputierten, dem Kaiser vorgetragen und insbesondere die Kärntner Münze beanstandet. Der Kaiser versprach Besserung, konnte aber seine Pläne durch seinen Tod im Jänner 1519 nicht mehr verwirklichen. Maximilian hinterließ das Reich seinen Enkeln Karl und Ferdinand. Karl wurde 1519 in Aachen gekrönt und sollte ursprünglich als Alleinherrscher in den habsburgischen Ländern regieren. Doch die politische Lage drängte zu einer Länderteilung und so wurde durch den Vertrag von Brüssel Ferdinand zum Beherrscher des gesamtösterreichischen Besitzes.
Das Münzhaus in St. Veit war nach Maximilians Tod nur kurze Zeit für Ferdinand tätig. Um das Jahr 1529 wurde die Münze nach Klagenfurt, das seit 1518 Eigentum der Landstände und somit Landeshauptstadt war, übertragen. 1533 wird Klagenfurt als Standort der landschaftlichen Münze angeführt. Unter Ferdinand I. kam es zu einer Reform des Münzwesens. Drei Reichsmünzordnungen von 1524, 1551 und 1559 sollten die Reform und die Vereinheitlichung bewerkstelligen, wurden aber leider nicht eingehalten. Bereits in der ersten Münzordnung wurde der Taler berücksichtigt, seit 1531 wurde er in österreichischen Münzstätten ausgeprägt. Durch die dritte Münzordnung wurde der Dukat Reichsmünze und verdrängte den Goldgulden. Die Dukatenprägung in Klagenfurt florierte besonders unter Ferdinand I. und Erzherzog Karl, bei dessen Regierungsantritt in Innerösterreich nur die Klagenfurter Münze bestand.
Das Gold lieferten hauptsächlich die Gruben im Kliening-Graben, einem Seitental des Lavanttales, doch sank gegen Ende des 16 Jahrhunderts die Produktion langsam ab. Dieser Niedergang spiegelt sich in der Goldprägung der Münzstätten in Klagenfurt und nach deren Auflassung noch mehr in St. Veit wider. Die erste in Klagenfurt geprägten Münzen waren Dukaten, Taler, Pfundner, Sechser und Pfennige.
Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges kam es zu einer Münzverschlechterung, die schließlich zum Zusammenbruch des gesamten Münz- und Geldwesens führte. Diese Zeit der ärgsten Inflation, die man in der Geschichte als Epoche der Kipper und Wipper bezeichnet, ging durch die sogenannte Münzcalada von 1623 zu Ende. Die Ausprägung minderwertiger Münzen wurde eingestellt und das Kippergeld gegen gute Münzen vertauscht. Dadurch Betrug der Verlust für die Leute an die neunzig Prozent.
Unter Kaiser Ferdinand II. erging 1621 von der Grazer Hofkammer an die Kärntner Verordneten der Befehl, die der Landschaft verpfändete Münze gegen Rückstellung der Pfandsumme wieder an den Kaiser zu geben. 1622 kam es dann endlich zu einem Vergleich über die Abtretung. St. Veit, das sich schon seit langem bemühte, die Münzprägung erneut zu erhalten, schenkte dem Kaiser ein Haus für die Münze, und im Mai 1622 wurde die Münzstätte nach St. Veit übertragen.
Im 17. Jh. besaß die St. Veiter Münzstätte in Donatus Starckh, Hans Georg Perro und Hans Seel, der wahrscheinlich der berühmten Salzburger Stempelschneiderfamilie dieses Namens entstammte, drei außergewöhnlich tüchtige, künstlerisch auf beachtlicher Höhe stehende Eisenschneider. Starckh erschuf die pompöse Präsentmedaille der Stadt St. Veit auf die Vermählung Kaiser Ferdinands II. mit Eleonore von Mantua, die in Gold und Silber in verschiedenen Gewichten ausgeprägt wurde. (Die Stadt St. Veit verleiht verdienstvollen Männern heute eine Nachprägung dieser Medaille in Silber, deren Stempel der Kärntner Gerald Teisel geschaffen hat).
Die schönen Portraitmedaillen auf Johann Widmann schuf Perro, während Hans Seel - der ab 1640 in der Münzstätte St. Veit tätig war, ab 1650 die St. Veiter Münzstätte sogar zweimal auf je drei Jahre pachtete, 1663 mit dem Prädikat "von Sölstein" in den Adelsstand erhoben wurde für Kardinal Christoph Graf Widmann-Ortenburg und Fürst Johann Weikhard von Auersperg sowie für den Präsenttaler der Stände von 1645 und gemeinsam mit Perro für einige Klagenfurter und St. Veiter Burgfriedbereitungsmünzen die Stempel schnitt.
Der Kardinal Christoph Widmann hatte 1655 für sich und seine Brüder das Münzrecht erlangt, das aber nur er ausübte. In der St. Veiter Münzstätte ließ er 1656 Taler sowie Goldabschläge zu 10 Dukaten und 5 Dukaten, 1657 Doppeldukaten und 1658 Dukaten münzen, für die der überaus begabte Hans Seel die Stempel geschnitten hatte. Während der Regierung Kaiser Leopolds I. wurden die Staatsfinanzen durch die Türkenkriege stark beansprucht. Es trat zwar nicht mehr eine derart katastrophale Münzverschlechterung wie in der Kipperzeit ein, aber man ging generell auf einen schlechteren Talerfuß über und führte zwei neue Münzsorten ein, das 15- und 6-Kreuzer-Stück. Kaiser Karl VI. reformierte das gesamte österreichische Münzwesen und gründete eine Graveurakademie in Wien, die die Grundlage für den Aufschwung der künstlerischen Seite des Münzwesens bildete. Die Absolvierung dieser Akademie machte man schließlich zur Bedingung für eine Anstellung an einem Münzamt als Graveur.
Die Kärntner Münzprägung ging langsam ihrem Ende entgegen. Die letzte Prägung unter Karl VI. trägt die Jahreszahl 1717 (Halbkreuzer). Mit dem Erlaß vom 20. Oktober 1720 wurde die Münzstätte in St. Veit aufgelassen.
Obwohl den Münzstätten in Kärnten in der Neuzeit mehr lokale Bedeutung zukam, brachten sie doch sehr schöne Münzen und vor allem Medaillen heraus, die einen Vergleich mit Prägungen anderer österreichischer Münzstätten durchaus vertragen. Zu den besonders interessanten und eigenständigen Kärntner Medaillen gehört der "Große Kärntner Ehrpfennig" von Hans Gaißmair, der einen Durchmesse von 94 mm hat. Er wurde auf Bestellung der protestantischen Landstände 1597 geschaffen. Die Klagenfurter Reimchronik berichtet von einer einzigen Verleihung. Und zwar wurde ein goldener Ehrpfennig im Wert von 136 Dukaten von den Landständen dem Bischof Johann Philipp von Bamberg bei einer Durchreise durch Klagenfurt überreicht.
Leider ist dieses Stück nicht mehr erhalten, wie es überhaupt von dem "Großen Kärntner Ehrpfennig" nur mehr ganz wenige Exemplare gibt. Das 1072 gegründete Bistum Gurk in Kärnten, dessen Münzrecht Bischof Johann VI. von Schönburg zuletzt mit der Prägung von Talern (1552 und 1553) ausgeübt hatte, erlebte unter Fürstbischof Franz Xaver Altgraf von Salm-Reiferscheid (1783-1822) neuerlich Münzprägungen, da der Fürstbischof, der 1795 um das Prägerecht für Verkehrsmünzen angesucht, 1800 die Erlaubnis zur Ausprägung erhalten hatte. So ließ er 1801 im Wiener Hauptmünzamt Taler herstellen, deren Stempel Ignaz Donner geschaffen hatte, und 1806 Dukaten sowie Konventions-zwanziger, für welche J. B. Harnisch als Stempelschneider verantwortlich zeichnete. Im Dezember 1805 wurden von den Dukaten 332 Stück ausgeprägt.
Fürstbischof Salm-Reifferscheid, der die Ereignisse seines Lebens auf Medaillen festhalten ließ, hatte anscheinend, wie der Erzbischof Migazzi von Wien, das Bedürfnis, auch eigene Münzen prägen zu lassen und ist somit einer der letzten Vertreter neufürstlicher Münzung geworden. |