 Abbildung 9
|  | Kärntner Landesherbar: Das Kärntner Landesherbar beherbergt neben dem ältesten Herbarium in Kärnten, dem Herbarium Vivum aus dem Jahre 1752 (Abb. 9 und 10), eine ganze Reihe wertvoller Sammlungen. Hervorzuheben sind das umfangreiche Herbarium Traunfellner (Abb. 11), die Sammlungen, Benz, Pacher, Sabidussi, Glantschnig, Neumann, Tobisch, Steiner, Leute, Franz, Wagner, Starmühler und Groß sowie das vom Land Kärnten angekaufte Herbarium Aichinger. Der Schwerpunkt der Herbariums liegt auf der Dokumentation und Bearbeitung der Flora Kärntens. Durch nationale und internationale Zusammenarbeit gelangen aber nicht unerhebliche Mengen wertvoller Belege aus dem übrigen Österreich und dem Ausland in die Kärntner Sammlung. Herausragend ist die Herbar-Dokumentation der Flora Istriens die vom Bearbeiter, Hrn. Dr. Starmühler aus Graz, laufend in Klagenfurt hinterlegt wird. Tauschvereinbarungen mit wichtigen Institutionen ergänzen und erweitern die Kärntner Bestände und bestätigen die internationale Rolle des Kärntner Landesherbariums. Das Hauptherbar lässt sich in zwei große Bereiche gliedern: das Phanerogamen- und das Kryptogamenherbar. Ersteres enthält etwa 150.000 Belege von Blütenpflanzen (Abb. 12) und nicht ganz der Bezeichnung entsprechend, auch von Farnen und Schachtelhalmen. Im 50.000 Belege umfassenden Kryptogamenherbar befinden sich umfangreiche Sammlungen von Algen (Abb. 13), Moosen, Flechten und Pilzen.
Neben dem Hauptherbar, besitzt das Kärntner Landesherbar weitere bedeutende Sondersammlungen:
Paläobotanische Sammlung: Die Paläobotanische Sammlung enthält einen repräsentativen Querschnitt der fossilen Kärntner Flora (Abb. 14). Mehr als 2000 hervorragend präparierte Belege stehen Fachleuten für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. Einige Highlights aus dem Ruhrpott, fossiles Holz aus Madagaskar und eine kleine Kollektion fossiler Araukarienzapfen aus Patagonien (Abb. 15) ergänzen die Sammlung.
Karpologische Sammlung: das Kärntner Landesherbar besitzt eine kleine, aber wertvolle Sammlung von präparierten Samen, Früchten, Fruchtständen und Zapfen (Abb. 16). Diese Objekte können meist nicht auf Herbarbelegen montiert werden, außerdem ist die Präparation oftmals sehr aufwändig. Viele Herbarien besitzen deshalb auch keine eigene Karpologische Sammlung.
Alkohol-Präparate: Einige Pflanzen lassen sich nicht für Herbarbelege präparieren und auch nicht für die Karpologische Sammlung trocknen. Diese müssen in einem Alkohol-Wasser Gemisch fixiert und konserviert werden. Auch dieser Sammlungstyp ist sehr aufwändig und erfordert eine ständige Kontrolle. Im Kärntner Landesherbar befinden sich neben diversen Präparaten für wissenschaftliche Untersuchungen, eine wertvolle Sammlung fixierter Orchideenblüten und Fixierungen von Kakteen die vom bereits verstorbenen Kärntner Kakteenspezialisten Werner Reppenhagen bearbeitet wurden (Abb. 17).
Dia- und Fotosammlung: mehrere tausend Objekte umfassende Sammlung von Diapositiven, Farb- und Schwarzweiß-PapierfotosEthnobotanische Sammlung:diese Sammlung von volks- oder völkerkundlich-botanischen Objekten umfasst bemerkenswerte Exponate aus heimischer, aber auch internationaler Provenienz (Abb. 18) und dokumentiert die vielfältige Verwendung von Pflanzen im Lebens- und Jahresbrauchtum sowie für den täglichen Gebrauch.
Botanisch-biographische Sammlung: umfangreiche biographische Materialien von Botanikern wie Schriftproben (Abb. 19, siehe unten), Fotos, Briefe, Publikationen, etc. aus ca. 200 Jahren.
Historische Utensilien: Die Botanisch-biographische Sammlung wird durch eine Sammlung alter "botanischer" Utensilien ergänzt. Dies beginnt bei einfachen Präparierwerkzeugen berühmter BotanikerInnen und endet bei wertvollen historischen Geräten wie z.B. Mikrotomen und Mikroskopen.
Verschiedene Kleinsammlungen: Sammlung botanischer Kunstwerke (u.a. etwa eine Reihe von Pflanzenaquarellen, eine Schenkung der Blumenmalerin Klara Krebitz, Klagenfurt - St. Pölten, und deren Gemahl)- Xylothek (Sammlung von Hölzern).
Forschungsschwerpunkte: Flora von Kärnten Pflanzenmorphologie Pflanzensystematik Mikropilze
Herausgabe der botanischen Fachzeitschrift "Wulfenia" und eines Index Seminum. |  |  Abbildung 10
|