CARINTHIAN BIO-LAB

Das Carinthian Bio-Lab ist eine neue Einrichtung des Landesmuseums Kärnten, die in Zusammenarbeit mit der Arge NATURSCHUTZ ab dem Wintersemester 2005/06 angeboten wird. Das Carinthian Bio-Lab versteht sich als außerschulische Bildungseinrichtung mit dem Ziel, naturwissenschaftlich interessierte und begabte Jugendliche zu fördern.
Dies soll durch die Entwicklung von fachlichen Kompetenzen sowie deren adäquater Präsentation erreicht werden.
Zugleich werden Lernprozesse eingeleitet, die zur Entfaltung Fächer übergreifender Kompetenzen und bildungsrelevanter Persönlichkeitsmerkmale beitragen. Das sind Präsentations- und Kommunikationstechniken, Zeit- und Wissensmanagement, Kenntnisse in Projektarbeit und selbst bestimmtem Lernen.
Darüber hinaus soll den Naturwissenschaften und deren wissenschaftlich korrekter Methodik der Weg in die Schule sowie auch in weitere Bevölkerungskreise geebnet werden.

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse AHS, die eine Fachbereichsarbeit in einem der folgenden Wissenschaftszweige verfassen: Botanik, Ethnobotanik, Geschichte der Biologie, Mykologie, Naturschutz oder Zoologie.

Angebot: Die Förderung besteht aus einem Programm von sich selbst organisierenden Arbeitsgruppen unter der Leitung eines oder mehrerer Wissenschaftler und zentralen Vorträgen mit Demonstrationen und anschließender Diskussionsmöglichkeit. Es umfasst

- fundierte fachliche Betreuung,
- Laborarbeit (fakultativ),
- Zugang zu den wissenschaftlichen Sammlungen des Landesmuseums,
- Literaturrecherche und Auswertung,
- Anleitung zum Verfassen einer schriftlichen (wissenschaftlichen) Arbeit,
- Präsentation der Arbeit.

Die fachliche Betreuung erfolgt durch ein Team international anerkannter Wissenschaftler:
Dr. Cornelia Bockrath (Landesmuseum Kärnten – Geologie, Mineralogie, Paläontologie und Montanwesen).
Mag. Dr. Roland K. Eberwein (Landesmuseum Kärnten – Kärntner Botanikzentrum): Botanik, Ethnobotanik, Geschichte der Biologie, Sammlungsmanagement, Mikroskopie, Fotografie, Datenbanken, Texterstellung, Layout – Bildbearbeitung – Druck, Informationsmanagement, Präsentation.
Mag. Carmen Hebein (Arge NATURSCHUTZ): Naturschutz, Umweltschutz, Artenschutz, Genetik, Pädagogik, Präsentation.
Mag. Michael Janik (Landesmuseum Kärnten – Bibliothek): Bibliothekswesen, Datenbanken, Literaturrecherche, Informationsmanagement.
Mag. Klaus Krainer (Arge NATURSCHUTZ): Naturschutz, Umweltschutz, Artenschutz, Botanik, Pädagogik.
Dr. Paul Mildner (Landesmuseum Kärnten – Zoologie): Zoologie, Sammlungsmanagement, Mikroskopie.
Dr. Helene Riegler-Hager (Landesmuseum Kärnten – Kärntner Botanikzentrum): Mykologie, Botanik, Mikroskopie, Sammlungsmanagement.
Mag. Karina Smole-Wiener (Arge NATURSCHUTZ): Naturschutz, Artenschutz, Herpetofauna.
Mag. Sonja Troneberger (Landesmuseum Kärnten – Kärntner Botanikzentrum): Literaturrecherche, Informationsmanagement, Präsentation.
Dr. Christian Wieser (Landesmuseum Kärnten – Zoologie): Zoologie, Mikroskopie, Sammlungsmanagement, Datenbanken, GIS.
DI Gerhild Wulz (Arge NATURSCHUTZ): Naturschutz, Landwirtschaft, Pädagogik.

Die Betreuung der Fachbereichsarbeit verbleibt in der Kompetenz der Lehrerin / des Lehrers!

Für praktische Arbeiten stehen das Labor des Kärntner Botanikzentrums sowie Geräte der Zoologischen Abteilung des Landesmuseums Kärnten zur Verfügung. Neben Einführung und Supervision bieten wir:
- Anleitung zur Planung der Laborarbeit,
- Hilfestellung bei der Auswertung der Ergebnisse
- sowie die Nutzung von
Präparations- und Herbarmikroskop,
Binokular mit Zeicheneinrichtung,
Fotobinokular,
Forschungsmikroskop und
Mikrotom (eingeschränkt).

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Carinthian Bio-Labs erhalten unter Aufsicht auch Zugang zu folgenden wissenschaftlichen Sammlungen:
- Bildarchiv [KBZ, Arge NATURSCHUTZ]
- Biografische Sammlung [KBZ]
- Botanischer Garten, Lebendsammlungen [KBZ]
- Herbarium KL [KBZ]
Algen, Moose, Pilze, Flechten
Gefäßpflanzen
Früchte & Samen
Sondersammlungen
- Paläobotanische Sammlung [KBZ]
- Geologische Sammlung [LMK]
Fossilien
Großglockner-Raum
Eiszeit
Minerale (Kärnten, Hohe Tauern; Edelsteine u. a. )
Bergbau und seine Minerale (bes. Kärnten)
div. Reliefs (bes. von Oberlercher und Keil)
- Zoologische Sammlungen [LMK]
Säugetiere
Vögel
Schmetterlinge
Käfer
Insecta varia
Sondersammlungen

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ist für wissenschaftliches Arbeiten ein bestimmender Faktor. Der Umgang mit Informationen ist ebenfalls ein grundlegender Bestandteil wissenschaftlichen Handelns. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Carinthian Bio-Labs erwerben Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Datenbanken und Internet und beschäftigen sich mit Informationssuche und -aufbereitung sowie mit der Qualität von Informationssystemen. Dazu gehören Literaturrecherchen und Auswertungen in:
- Bibliotheken [LMK, KBZ, Arge NATURSCHUTZ]
- Datenbanken [LMK, KBZ] und
- Internet [Bibliothekskataloge, virtuelle Kataloge]
- Datenbanken österreichischer (BIS-C OPAC der Landesbibliotheken, ALEPH-Verbund) und inter¬nationaler Bibliothekenverbünde
- Wissenschaftliche Literaturdatenbanken

Besonderes Augenmerk wird sowohl auf wissenschaftliche offline- als auch auf online-Literaturdatenbanken gelegt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen einen Einblick in Abfragemodi, Struktur, Arbeitsweise, Datenbankpflege sowie zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten erhalten und auf die extrem hohen Kosten von Informationsbeschaffung per Literaturdatenbankabfrage hingewiesen werden.

Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt in Form einer schriftlichen Arbeit, die zugleich die für die Matura einzureichende Fachbereichsarbeit darstellt, und eines kurzen Vortrags. Die Beurteilung der Fachbereichsarbeit erfolgt ausschließlich durch die betreuende Lehrerin / den betreuenden Lehrer. Ort, Zeit und Rahmen des Vortrags sind themenabhängig und werden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt.

Wissenschaftliche Texte schreiben sich nicht im Handumdrehen. Gerade weil moderne Textverarbeitung beliebiges Löschen, Verändern, Umstellen und Formatieren von Texten zulässt, sind Kenntnisse in Zeitmanagement, Aufbau und Gliederung einer Arbeit, Stil, Zitierweise, Textverarbeitung und Layout wichtig. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine fundierte Einführung in die genannten Bereiche gegeben sowie Anleitung und – gemeinsam mit der betreuenden Lehrerin /dem betreuenden Lehrer – Supervision angeboten.

Jede mündliche Präsentation einer Arbeit ist durch einen gegenseitigen Prozess des Gebens und Nehmens von Informationen und Meinungen gekennzeichnet. Obwohl dieser Kommunikationsprozess von vielen Faktoren beeinflusst wird, gibt es Regeln, die es zu beachten gilt. Diese beschränken sich nicht nur auf korrekte Aussprache, Vortragsgliederung und Zeitmanagement, sie betreffen auch Medienauswahl und -einsatz. Grundlegende Informationen und Anleitungen zur Gestaltung guter mündlicher Präsentationen sowie die Möglichkeit von Übungsvorträgen komplettieren das Angebot des Carinthian Bio-Labs.


Genehmigte Themen von Fachbereichsarbeiten sind bis 30. September im Landesmuseum Kärnten unter Beilage folgender Unterlagen einzureichen:
- Name und Adresse der Schülerin / des Schülers
- Name und Adresse der Schule und der betreuenden Lehrerin / des betreuenden Lehrers
- Thema der Fachbereichsarbeit
- Kurzfassung der geplanten Vorhaben (½ Seite)
- Genehmigung der Fachbereichsarbeit in Kopie

Kontaktadresse:
Landesmuseum Kärnten
Carinthian Bio-Lab
Museumgasse 2
9020 Klagenfurt

Über die Aufnahme entscheiden die betreuenden Wissenschaftler anhand der eingereichten Unterlagen. Das Ergebnis wird innerhalb von 14 Tagen bekannt gegeben.

Weitere Information erteilt:
Mag. Dr. Roland K. Eberwein
Kärntner Botanikzentrum
Prof.-Dr.-Kahler-Platz 1
A-9020 Klagenfurt
Tel. 0463 502715
E-Mail kbz@landesmuseum-ktn.at